Italien wendet Recht auf Vergessenwerden für Privatperson an

Ich hatte über die divergierenden Auffassungen des OLG Hamburg und des Bundesgerichthofs zum Recht auf Vergessenwerden für Straftäter berichtet ( http://www.digideath.de/recht-auf-vergessenwerden-und-die-straftaeter/ ).  Daher ist es interessant, wie es in anderen Ländern im Umgang mit dem Recht auf Vergessenwerden aussieht.

Im Jahr 2016 hat der Oberste Italienische Gerichtshof für Zivil- und Strafsachen eine Entscheidung zu dem Thema Recht auf Vergessenwerden für Privatpersonen getroffen. Danach sind ältere Artikel aus Onlinearchiven zu entfernen, da sie sonst die Privatsphäre der betroffenen Privatpersonen verletzen. Im Fall war der Artikel zwei Jahre alt, als die betroffene Person die Entfernung des Artikels aus dem Netz mangels Aktualität forderte. Der Oberste Gerichtshof zog hierbei die google-spain -Entscheidung heran und berief sich auf das dort genannte Recht auf Vergessenwerden.

Onlinearchive sollten daher zumindest nach entsprechender Beschwerde der betroffenen Personen reagieren.

Ihr Fachanwalt für IT – Recht

Thilo Zachow

Author: Thilo Zachow

Thilo Zachow ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für IT-Recht (Fachanwaltslehrgang IT-Recht), Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht (Fachanwaltslehrgang Urheber- und Medienrecht) und vertritt Contentprovider zu den Rechtsthemen e-commerce, Datenschutzrecht (Datenschutzbeauftragter TÜV zertifiziert), Markenrecht, Urheberrecht und Wettbewerbsrecht. Weiterhin berät er Hosting- und Accessprovider zum Telekommunikationsrecht. Die individuelle Beratung mittelständischer Unternehmen und von Privatpersonen aus einer Hand, fachlich kompetent durch einen sehr hohen Grad der Spezialisierung, laufende Fortbildungen und 10 Jahren Erfahrung im IT-Recht, Urheber- und Medienrecht, sind sein Anspruch. Lernen Sie ihn persönlich kennen.